Informationen zur Probengewinnung

Bei Fragen zu bestimmten Parametern schauen Sie bitte zuerst in unser Analysenverzeichnis.

In der Regel erfolgt die Blutentnahme morgens beim liegenden, nüchternen Patienten (ambulanten erscheinenden Patienten ist der Verzehr eines trockenen Brötchens mit Mineralwasser/ ungesüsstem Kräutertee erlaubt).

Da diese Bedingungen nicht in jedem Fall gewährleistet werden können, sollte die Blutentnahme im Interesse der Vergleichbarkeit immer unter den gleichen Bedingungen erfolgen. Bei bestimmten Untersuchungen sind Diätvorschriften, Karenz- bzw. Sammelbedingungen einzuhalten.

1. Abnahmematerial

Materialien für Probenentnahme und Probentransport (z. B. Serum-, EDTA-, Heparinröhrchen) werden vom Labor unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Bestellung kann über den Laborkurier erfolgen.

Werden Spezialuntersuchungen mit dazu notwendigen speziellen Probegefäßen gewünscht, ist eine vorherige Abstimmung mit dem Labor erforderlich. Änderungen des Probenmaterials, die Einführung neuer Methoden und die Änderung des Referenzbereiches werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Bestimmte selten verwendete Abnahmematerialien (z.B. CPDA-Röhrchen, gasdichte Ampullen u.ä.) bitten wir beim Labor rechtzeitig abzufordern.

Zur Verfügung stehen Monovettensysteme der Firma Sarstedt und Terumo.

 

1.1. Sarstedt

Beim System "S-Monovette" der Firma Sarstedt handelt es sich um ein geschlossenes Abnahmesystem unter Verwendung von Kanülen bzw. Butterflynadeln mit Adapter (auch in Sicherheitsausführung), mit dem die Blutentnahme sowohl nach dem Aspirationsprinzip oder nach dem Vakuumprinzip durchgeführt werden kann.

 

Häufig verwendete Monovettensysteme

Monovettenbezeichnung Kappe Bild Verwendungszweck
Sarstedt S-Monovette Serum-Gel Braun z.B. Klinische Chemie, Infektionsserologie u.v.a.
Sarstedt S-Monovette Kalium-EDTA Rot z.B. Blutbild, Gewinnung von EDTA-Plasma
Sarstedt S-Monovette Li-Heparinat Orange z.B. Schwermetalle, Histamin u.a.
Sarstedt S-Monovette Natrium-Fluorid Gelb z.B. Glucose, Laktat, Plasma- und Vollblutanalysen
Sarstedt S-Monovette Citrat Grün z.B. Gerinnung
Sarstedt S-Monovette Neutral Weiß z.B. Spurenelemente, Blutgruppenserologie
Sarstedt S-Monovette BSG Violett Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit
Sarstedt S-Monovette PFA Hellblau Verschlusszeit am PFA-100

Es gibt außerdem kleine Monovetten der Firma Sarstedt für die korrekte Probenabnahme, sofern nur Minimalvolumina gewinnbar sind (z.B.  Säuglinge, Kleinkinder).

Bei zu geringen Blutvolumina entstehen in Standardmonovetten ansonsten falsche Mischverhältnisse zwischen Antikoagulansmenge und der geringen Blutmenge, die zu Meßverfälschungen führen können (z.B. Verdünnungseffekte). Man beachte jedoch den Materialbedarf zur Durchführung des gewünschten Untersuchungsspektrums.

1.1.1. Greiner

Das System "Vacuette" der Firma Greiner handelt es sich um ein vorentlüftetes Blutabnahmesystem, mit dem die Blutentnahme ausschließlich nach dem Vakuumprinzip erfolgt (weitgehend ähnlich den vakuumbasierenden Systemen vonBecton-Dickinson bzw. Terumo). Auch für dieses System sind diverse Kanülen und Adapter, auch in Sicherheitsausführung, erhältlich.

 

Häufig verwendete Monovettensysteme

Monovettenbezeichnung Farbe Bild Verwendungszweck
Greiner Vacuette Serum-Gel Kirschrot z.B. Klinische Chemie, Infektionsserologie u.v.a.
Greiner Vacuette Kalium-EDTA Lavendel z.B. Blutbild, Gewinnung von EDTA-Plasma
Greiner Vacuette Li-Heparinat Grün z.B. Schwermetalle, Histamin u.a.
Greiner Vacuette Natrium-Fluorid Grau z.B. Glucose, Laktat, Plasma- und Vollblutanalysen
Greiner Vacuette Citrat Hellblau z.B. Gerinnung
Greiner Vacuette Neutral Ziegelrosa z.B. Spurenelemente, Blutgruppenserologie
Greiner Vacuette BSG Schwarz Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit

2. Probenkennzeichnung

Jedes Probengefäß muß mit Vor- und Zunamen des Patienten sowie Geburtsdatum (besonders wichtig für Blutgruppenanalytik!) so gekennzeichnet sein, daß eine Zuordnung zum Laborauftrag und so eine ordnungsgemäße Befundung gesichert sind.

Bei Tagesprofilen oder anderen Funktionstests bzw. bei Medikamentenspiegelbestimmungen (vor/nach Gabe) müssen die Proben so gekennzeichnet sein, daß eine eindeutige Probenidentifikation und -zuordnung (zum Abnahmezeitpunkt) gewährleistet ist.

Die genauere Bezeichnung des Probenmaterials ist für die Untersuchung wichtig, falls andere Materialien als das für das Abnahmesystem typische eingesandt werden (z.B. Punktate).

 

3. Untersuchungsauftrag / Anforderungsschein

Jeder Probe ist eine exakt ausgefüllte Laborkarte bzw. ein Überweisungsschein beizulegen.

Folgende patientenspezifische Angaben sind unbedingt erforderlich:

Diese Angaben sind zur korrekten Befundung und Plausibilitätskontrolle auch notwendig:

Für die Angaben auf vertragsärztlichen Überweisungsscheinen sind die einschlägigen Vorschriften mit zu beachten.

4. Ergebnis- bzw. Befundmitteilung

Hochpathologische Befunde werden unverzüglich telefonisch mitgeteilt, ansonsten erfolgt die Befundmitteilung in schriftlicher Form nach Abschluß aller Untersuchungen.

In einigen Fällen, v. a. im Bereich Mikrobiologie, werden auch schriftliche Teilbefunde erstellt.

Die Befundzustellung erfolgt hauptsächlich per Kurier oder Post.

Für eine Befundabfrage per DFÜ bitten wir um persönliche Kontaktaufnahme.

Vorabmitteilungen per Telefax sind auf Wunsch möglich.

 

5. Gewinnung von Analysenmaterial

Bei Anforderung mehrerer Untersuchungen aus demselben Probenmaterial sind in der Regel 5 ml Serum (1 große Monovette) oder Plasma bzw. 5 ml EDTA- oder Heparinblut ausreichend. Für einzelne Untersuchungen kann aber z.T. deutlich größerer Probenbedarf bestehen.

Nachstehend finden Sie eine Auswahl unterschiedlicher Probenmaterialien, die im Labor zur Verwendung kommen:

5.1. Vollblut (Neutralmonovette, EDTA-Monovette, Na-Fluorid-Monovette)

5.2. Serum

5.3. Plasma (EDTA-Plasma/Heparinplasma)

5.4. Mittelstrahlurin

5.5. 24-Std.-Sammelurin, ohne Zusätze

5.6. 24-Std.-Sammelurin, angesäuert

5.7. Liquor cerebrospinalis

Materialbedarf: 5 - 10 ml Liquor (bzw. zur Verfügung stehende Menge) plus
3 - 5 ml Serum
Merke: Liquor und Serum immer parallel einsenden!

5.8. Stuhl

Für die meisten qualitativen und quantitativen sowie bakteriologischen Stuhluntersuchungen wird lediglich eine haselnußgroße Menge im Stuhlprobengefäß benötigt. Bis zum Transport kühl lagern.

5.9. Nicht aufgeführte Materialien

Um telefonische Rücksprache wird gebeten.

Zur Materialgewinnung für mikrobiologische Untersuchungen bzw. sonstige Erregerdirektnachweise beachten Sie bitte auch den Abschnitt zur Präanalytik in der Mikrobiologie.

6. Probentransport

Ein zeitnaher und ordnungsgemäßer Materialtransport in das Labor spielt einen großen Einfluß in der präanalytischen Phase. Unser Kurierdienst verfügt über entsprechende Transportbehältnisse (einschließlich Kühlmöglichkeit).

Bei Fragen und Problemen rufen Sie uns an oder benutzen Sie unser Kontaktformular.