Alkoholmissbrauch

12% der Bundesbürger im Alter von 18-59 Jahren nehmen umgerechnet regelmäßig mehr als 60g (Männer) bzw. 40g (für Frauen) reinen Alkohol am Tag zu sich. Das entspricht ca. 3 bzw. 2 großen Flaschen Bier am Tag. Man spricht dann von einem riskanten Alkoholkonsum. 4 % der Bürger konsumieren Alkohol in gefährlichen Mengen (60-120 bzw. 40-80 g/Tag) und 1 % sogar in hochgefährlichen Mengen (über 120 bzw. über 80 g/Tag).

Die Abhängigkeit vom Alkohol ist für den Einzelnen meistens nicht erkennbar und setzt schleichend ein. Um ein klareres Bild über die Trinkgewohnheiten eines Menschen zu bekommen, sind Laborteste verfügbar, die eine Aussage über den Alkoholkonsum liefern und die auch unabhängig von bestehenden Erkrankungen (z.B. der Leber) verwertbar sind. Solche Teste können, korrekt eingesetzt, auch als Verlaufskontrolle bzw. Abstinenznachweise in Entwöhnungsmaßnahmen eingesetzt werden.

CDT-Test und Ethylglucuronid als individuelle Gesundheitsleistung

Bei einer Blutalkoholbestimmung sind die Ergebnisse nur relativ kurzzeitig verwertbar, da der Alkohol pro Stunde um ca. 0,1 – 0,2 Promille abgebaut wird. Deswegen werden andere

Der CDT-Test (das sogenannte Carbohydrate Deficient Transferrin) misst den Anteil der durch Alkoholeinwirkung veränderten Transferrinmoleküle im Blut. Bei einem regelmäßigen Konsum größerer Mengen Alkohol werden diese "beschädigten" Eisentransportproteine vermehrt gefunden. Damit ist es möglich, Alkoholkonsum auch nach einem längerem Zeitraum noch nachzuweisen. Normalerweise normalisiert sich der CDT-Spiegel nach Abstinenz; je nach Ausgangswert sinkt die Konzentration mit einer Halbwertszeit von ca. 14 Tagen dann bis in den Normalbereich.

Mit der Bestimmung von Ethylglucuronid (ETG) wird ein direktes Abbauprodukt des Alkohols direkt nachgewiesen. Bei Bestimmung im Urin kann ein Alkoholkonsum innerhalb der letzten 36-72 Stunden erkannt werden, auch ohne dass eine Blutabnahme erforderlich ist. Grundsätzlich ist auch die Bestimmung in Haaren möglich. Da Haare um ca. 1 Zentimeter pro Monat wachsen, kann je nach verfügbarer Haarlänge über einen längeren Zeitraum in die Vergangenheit geschaut werden. Für eine Haaranalyse auf ETG werden ca. 500 mg Haare benötigt. Bitte beachten Sie, dass die Gewinnung von Haarproben in unserem Labor derzeit nicht möglich ist.

Die oben genannten Bestimmungen sind Wunschleistungen und keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

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