HIV und AIDS-Erkrankung

AIDS-Erkrankung

Die AIDS-Erkrankung wurde Anfang der 80er Jahre entdeckt. Schnell wurde klar, dass AIDS durch homo- und heterosexuelle Geschlechtskontakte, durch unsaubere Spritzen bei Drogenabhängigen sowie durch Blutkonserven übertragen werden kann. Als Ursache wurde das HI-Virus (HIV = Humanes Immunschwäche Virus) erkannt. 

Die Befürchtung, dass AIDS sich rasch weltweit dramatisch ausbreiten würde, ist in vielen Regionen Afrikas und Asiens Wirklichkeit geworden. In Deutschland zeigte sich, dass durch Aufklärung und verantwortlichen Umgang mit Kondomen die Zahl der Neuerkrankungen weniger dramatisch angestiegen ist. Die Infektionsgefahr durch heterosexuellen Kontakt nimmt auch in Deutschland zu. Das Risiko einer Infektion ist am höchsten bei ungeschützten sexuellen Kontakten mit Angehörigen von Risikogruppen (homosexuelle Männer, Drogenabhängige) sowie mit Personen aus Gebieten mit sehr viel HIV-Infizierten (z. B. Afrika, Asien).

Wann besteht keine Ansteckungsgefahr?

Durch Händeschütteln, Umarmen, Husten und flüchtige Küsse wird HIV nicht übertragen, ebenso wenig durch Handtücher, Arbeitsinstrumente, Türklinken, Toiletten und Scheren beim Friseur.

Die HIV-Infektion

Wer mit dem Virus angesteckt ist, kann monate- oder jahrelang symptomlos bleiben. Es vergehen oft viele Jahre bis die eigentliche AIDS-Erkrankung ausbricht. In diesem Zeitraum fühlt sich der Infizierte gesund; er kann aber das Virus an andere Personen weitergeben.  Das Immunsystem wird allmählich geschwächt und schließlich ist der Organismus nicht mehr in der Lage sich gegen Tumore und Infektionen zu wehren. 

Verbesserte Therapiemöglichkeiten können das Fortschreiten der Erkrankung über viele Jahre positiv beeinflussen und den Betroffenen ein weitgehend normales Leben ermöglichen. Wird eine Therapie jedoch zu spät begonnen, können Komplikationen bzw. sogar der Tod des Patienten durch die Erkrankung möglicherweise nicht mehr verhindert werden.

Der HIV-Test

Mit dem klassischen, immunologischen HIV-Test werden Antikörper gegen HIV 1 und 2 sowie ein Bestandteil des HI-Virus im Blut nachgewiesen. Nach einer Ansteckung werden diese Antikörper nur langsam gebildet, so dass sich eine HIV-Infektion meist erst nach Wochen bis Monaten feststellen lässt. Ungefähr 60% der infizierten Patienten entwickeln Antikörper binnen 6 Wochen nach Infektion. Nach 8 Wochen weisen bereits 80% Antikörper auf und nach 12 Wochen sind fast 100% der Infizierten serokonvertiert. Moderne HIV-Teste können aber bereits deutlich früher positiv werden, da sie neben Antikörpern des Patienten auch einen Virusbestandteil erfassen, das sogenannte p24-Antigen. Dieses Antigen kann bereits ab dem 15. Tag nach Infektion nachweisbar sein.

Ein aufwendiges und genaues molekularbiologisches Nachweisverfahren (HIV-PCR) kann innerhalb dieser Phase zusätzliche Informationen liefern. Dabei wird versucht, das Erbgut des HI-Virus im Blut des Patienten nachzuweisen. Dieses Erbgut (HIV-RNA) findet sich ungefähr ab der 2. Woche nach Infektion im Blut und erreicht um die 3. bis 5. Woche ein sehr hohes Niveau, bevor dessen Konzentration zunächst wieder auf niedrigere Werte abfällt. Wir empfehlen zur Abklärung eine Infektion daher die PCR-Bestimmung frühestens 3 Wochen nach Risikokontakt.

Die vorsorglichen Blutuntersuchungen auf HIV sind Wunschleistungen und keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Untersuchung, wenn der Arzt den Verdacht auf eine HIV-Infektion hat und ebenfalls auf Wunsch der Patientin während der Schwangerschaft.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

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