Funktionsstörungen der Eierstöcke & Polyzystisches Ovarialsyndrom

Eine Vielzahl von hormonellen Störungen der Frau können die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch, unregelmäßige Zyklen oder ausbleibende Regel sein. Diese Hormonstörungen können durch eine Fehlfunktion der Hirnanhangsdrüse, durch Funktionstörungen der Eierstöcke, durch Schilddrüsenerkrankungen sowie durch Störungen der Nebennieren bedingt sein. Eine Reihe von Hormonwerten, nach Möglichkeit gezielt an bestimmten Tagen des Monatszyklus bestimmt, können bei der Abklärung solcher Probleme hilfreich sein.

Störungen der Hirnanhangsdrüse und der Eierstöcke

Eine Unterfunktion des Zwischenhirn-Hirnanhangsdrüsen-Systems mit unzureichender Bildung von Geschlechtshormonen (LH, FSH), eine sogenannte hypogonadotrope Ovarialinsuffizienz, kann verschiedene Ursachen haben. Neben körperlichem und psychischem Stress können Essstörungen, aber Tumoren in Bereich dieses Systems verantwortlich sein.

Die überschießende Bildung des Hormons Prolaktin durch gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse kann milchiger Sekretion aus der Brust (sog. "Galaktorrhoe") sowie zu Zyklusstörungen mit unregelmäßiger oder ausbleibender Regelblutung, zum Ausbleiben des Eisprunges und zur Sterilität führen.

Eine Erschöpfung der Reserve an befruchtungsfähigen Follikeln, Störungen der Follikelreifung und Mangel der Hormone Estradiol und Progesteron ksind mögliche Ursachen für Zyklusstörungen und unerfüllten Kinderwunsch.

Eine weitere häufige Ursache solcher Beschwerden ist das Polyzystische Ovarialsyndrom.

Was ist das Polyzystische Ovarialsyndrom?

Das PCOS ist eine Erkrankung der Frau, bei der im Blut erhöhte Spiegel der männlichen Geschlechtshormone, sog. "Androgene", nachgewiesen werden und/oder Symptome wie vermehrte Körperbehaarung (z. B. Damenbart, Behaarung vom "männlichen Typus"), Haarausfall und Akne vorliegen. Häufig haben die Patientinnen auch Übergewicht, Stoffwechsel- sowie Zyklusstörungen. Die Periodenblutung kommt meistens nicht monatlich, sondern seltener oder bleibt ganz aus. Bei etwa 70 % der Patientinnen sind die Eierstöcke (Ovarien) polyzystisch verändert, d. h. im Ultraschall sind mehrere Zysten pro Eierstock sichtbar, daher auch der Name der Erkrankung. Diese Zysten sind Eibläschen, die aufgrund der erhöhten Spiegel von männlichen Geschlechtshormonen im Blut nicht heranreifen können, so dass der Eisprung ausbleibt. Als Folge sind die betroffenen Patientinnen oftmals unfruchtbar bzw. es liegt ein unerfüllter Kinderwunsch vor.

Bei etwa 5 – 12 % der geschlechtsreifen Frauen (mehr als eine Million) wird ein PCO-Syndrom diagnostiziert. Das PCOS gehört damit zu den häufigsten Hormonstörungen der Frau und kann auch vererbt werden

PCOS und Störung des Zucker- bzw. Insulinstoffwechsels

Beim PCOS liegt in 10 – 30 % der Fälle zusätzlich eine sog. „Insulinresistenz“ vor. Das den Zuckerhaushalt regulierende Hormon Insulin wird von den Körperzellen nicht mehr erkannt.

Infolgedessen versucht der Körper dies durch eine vermehrte Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse zu kompensieren, was letztlich zu einer Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse und damit zum Diabetes mellitus Typ II führt. Begleitend kommt es oftmals zur Ausbildung eines metabolischen Syndroms (Fettstoffwechselstörung, Übergewicht, Bluthochdruck) und zu Gefäßverkalkungen mit einem erhöhten Risiko für eine koronare Herzerkrankung.

Welche Symptome und Beschwerden treten auf?

Welche Laboruntersuchungen werden durchgeführt?

Zur Diagnostik ist eine entsprechende Untersuchung ausgewählter Hormone im Blut unentbehrlich:

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ansprechpartner ist Ihre Gynäkologin bzw. Ihr Gynäkologe oder ein Hormonspezialist (Endokrinologe). Nach der Diagnostik (z. B. körperliche Untersuchung, Ultraschall der Eierstöcke etc.) können Symptome wie starke Körperbehaarung, Haarausfall und Zyklusstörungen mit einer speziellen Antibabypille, welche die Wirkung männlicher Geschlechtshormone abschwächt, behandelt werden. Unter Umständen werden auch andere oder weitere Medikamente eingesetzt sowie bei unerfülltem Kinderwunsch eine spezielle Behandlung durchgeführt. Bei Übergewicht sollte eine Reduktion des Körpergewichtes durch Diät und vermehrte Bewegung angestrebt werden.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

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