Labordiagnostik nach Zeckenstich

Die Lyme-Borreliose ist die in Deutschland am häufigsten durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Sie tritt vorrangig zwischen März und Oktober auf.

Das Risiko, nach einem Zeckenstich an einer Borreliose zu erkranken, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehört die Frage, ob die Zecke überhaupt Borrelien in sich trägt (regional verschieden, ca. 5-35%). Darüber hinaus spielt die Menge an Borrelien in der Zecke, die Verweildauer der Zecke am Körper sowie der individuelle Verlauf der Infektion eine Rolle. Die Tatsache, dass viele Menschen trotz häufiger Zeckenstiche gesund bleiben (z.B. Waldarbeiter), zeigt, dass eine Borrelieninfektion nicht zwangsläufig zur Chronifizierung bzw. zu Komplikationen führen muss.

Aus diesem Grund ist es am einfachsten, nach einem Zeckenstich lediglich die Zecke zu entfernen und nichts weiter zu unternehmen. Man muss jedoch berücksichtigen, dass sich frühe Infektionszeichen oftmals nicht eindeutig zeigen bzw. eine Borrelieninfektion im Einzelfall erst nach Jahren auffällig werden kann. Um viel früher Sicherheit über das Infektionsrisiko zu erlangen, besteht die Möglichkeit, die entfernte Zecke auf Besiedlung mit Borrelien zu prüfen.

Vorgehen bei Zeckenbiß

Nach Waldspaziergängen u. ä. sollte der Körper im Rahmen der üblichen Körperpflege auf Zecken kontrolliert werden. Findet man eine Zecke, sollte diese mit geeigneten Mitteln (Zeckenkarte, Zeckenpinzette bzw. -zange) entfernt werden. Ein Quetschen des Insekts bzw. Einsatz von Öl sollten Sie vermeiden, um der Übertragung von Erregern in die Blutbahn nicht Vorschub zu leisten. Nach Entfernung der Zecke empfiehlt es sich, die Einstichstelle zu desinfizieren.

Untersuchung der Zecke mittels PCR

Sofern Sie wissen möchten, ob die Zecke mit Borrelien oder FSME-Viren besiedelt ist, geben sie die lebende oder tote Zecke in ein verschließbares Gefäß, z.B. ein kleines Schraubröhrchen oder eine kleine Probentüte, und geben Sie diese mit einem ausgefüllten Auftrag in unserem Labor ab.

In der Zecke kann mit einem hochempfindlichen Verfahren, der PCR, das Erbgut von Borrelien nachgewiesen werden. Auch der Nachweis von FSME-Viren und anderer, seltenerer Erreger ist möglich. Dies liefert eine Aussage darüber, ob bei diesem Zeckenstich überhaupt eine Infektion in Frage kommt oder nicht.

Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass keine Borrelien oder FSME-Viren in der Zecke vorhanden waren. Eine Infektion durch diesen Zeckenstich ist auszuschließen.

Ein positives Ergebnis zeigt an, dass die Zecke Borrelien oder FSME in sich trug. Eine Infektion durch diesen Zeckenstich ist theoretisch möglich, muss jedoch nicht zwingend erfolgt sein. Anhand der Stärke der Besiedlung kann eingeschätzt werden, ob ein hohes oder niedriges Risiko einer Erregerübertragung vorliegt. Zusätzlich zur Verweildauer der Zecke gibt es somit ein objektives Entscheidungskriterium für das weitere Vorgehen. Sie wissen zunächst, dass Sie auf evtl. Krankheitssymptome achten sollten. Sie sollten zusätzlich Blutuntersuchungen auf erregerspezifische Antikörper erwägen, die erste als Ausgangswert und eine weitere nach einigen Wochen. Bei Borrelien besteht zeitnah zum Zeckenstich die Möglichkeit einer prophylaktischen Antibiotikabehandlung, die nur über einen sehr kurzen Zeitraum durchgeführt wird. Erfolgt dies kurz nach dem Zeckenstich, kann diese Prophylaxe die Infektion in der Anfangsphase unterbrechen, bevor eine manifeste Infektion entsteht, welche dann in der Regel über drei Wochen zu behandeln wäre.

Der Erregerdirektnachweis in der Zecke ist keine Kassenleistung und muss privat bezahlt werden.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

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