Infektionen durch Helicobacter pylori als Ursache von Magenentzündungen und -geschwüren

Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Großteil der Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre auf eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori zurückzuführen sind. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass durch Behandlung mit Antibiotika in den meisten Fällen eine dauerhafte Heilung erreicht werden kann. So können die schweren Folgen eines Magengeschwürs, wie eine lebensbedrohliche Blutung oder Magenkrebs, verhindert werden.

Nachweis einer Infektion

Eine Infektion der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori kann mit Hilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) und Entnahme einer Gewebeprobe nachgewiesen werden. Alternativ kann ein Nachweis des Bakteriums in einer Stuhlprobe erfolgen.

Nachweis des Bakteriums in einer Stuhlprobe

Eiweißbestandteile des Bakteriums Helicobacter pylori können durch einen immunologischen Test in einer Stuhlprobe nachgewiesen werden. Der Nachweis im Stuhl verfügt über eine sehr gute Empfindlichkeit und Genauigkeit. Im Gegensatz zum ebenfalls angewendeten 13C-Atemtest ist keine Beschaffung und Einnahme radioaktiv markierter Proben und keine aktive Mitarbeit des Patienten erforderlich. Somit kann die Stuhluntersuchung auch bei Kindern und gebrechlichen Patienten unproblematisch durchgeführt werden.

Zur Erfolgskontrolle einer Eradikationstherapie sollte der Test frühestens 4 Wochen nach Beendigung der Antibiotikaeinnahme durchgeführt werden.

Für wen kommen diese Untersuchungen in Betracht?

Der vorbeugende Helicobacter-Nachweis im Stuhl ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Übernommen werden die Kosten zur Kontrolle nach Behandlung der Infektion sowie bei Verdacht auf Magengeschwür bei Kindern.

Bedenkt man die möglichen Folgen eines Magengeschwürs, ist eine einfache, vorbeugende Untersuchung hilfreich zu Beantwortung der Frage, ob eine Magenspiegelung notwendig ist. Dies gilt um so mehr, als bis zu 50 % der normalen erwachsenen Bevölkerung eine Infektion des Magens mit dem Bakterium aufweist, ohne dass aktuell irgendwelche Beschwerden vorliegen. 

Es ist wichtig zu wissen, dass mit dem genannten Verfahren lediglich eine der häufigeren Ursachen von Magenerkrankungen nachgewiesen werden kann. Magenbeschwerden können darüber hinaus aber auch durch andere Erkrankungen, wie z. B. nichtinfektiöse Entzündungen der Magenschleimhaut oder auch Tumore verursacht werden. Diese Erkrankungen lassen sich nur mit einer Magenspiegelung sicher diagnostizieren.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

Zurück zur Übersicht