Vorsorge gegen Osteoporose - Aktuelle Risikobestimmungen

Osteoporose (Knochenschwund)

Die Osteoporose zählt zu den zehn häufigsten Erkrankungen in Europa, wobei allein in Deutschland ca. 6 Millionen Menschen an Osteoporose erkrankt sind. Betroffen sind ein Drittel der Frauen ab den Wechseljahren, aber auch jeder 6. Mann ab dem 50. Lebensjahr ist erkrankt. Die Diagnose "Osteoporose" wird leider in der Hälfte aller Fälle zu spät festgestellt, da die anfänglichen Beschwerden sehr unspezifisch sein können (z. B. Glieder- und Rückenschmerzen, „Kraftlosigkeit“). Oftmals steht die Diagnose erst nach Auftreten von Knochenbrüchen (z. B. Wirbel- oder Oberschenkelhalsbrüche) fest. Eine frühzeitige Diagnose der Osteoporose ist jedoch wichtig, da rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen bzw. Therapien das Risiko für Knochenbrüche deutlich senken können.

Das Risiko an Osteoporose zu erkranken ist bei Auftreten von Osteoporosefällen in der Familie, bei Risikofaktor wie starkem Rauchen, erhöhtem Alkoholkonsum, Therapie mit Kortison, chronische Nieren-, Magen- oder Darmerkrankungen, bei Frauen mit frühem Eintritt in die Wechseljahre sowie z. B. bei Mangel an Calcium und Vitamin D erhöht. Die Osteoporose-Diagnostik sollte neben einer Untersuchung der Knochendichte (DXA-Methode, CT/MRT), einer klinischen Untersuchung, einer Einschätzung der Risikofaktoren auch eine Laboruntersuchung beinhalten.

Entsprechend den aktuellen DVO-Leitlinien (Dachverband der Osteologen) empfiehlt sich ein Basislaborprogramm, ggf. ergänzt um spezielle Parameter des Knochenstoffwechsels:

Basisprogramm

Bei diesen Parametern handelt es sich um Analysen, mit denen häufige Ursachen von Veränderungen der Knochen geprüft werden.

Parameter des Knochenstoffwechsels:

Diese Untersuchungen können ein Missverhältnis des Knochenstoffwechsels, d. h. zwischen Knochenabbau und -aufbau anzeigen, welches letztlich zum Knochenschwund der Osteoporose führt. Dafür empfiehlt sich die Bestimmung von Markern, die jeweils für Knochenaufbau und -abbau aussagefähig sind.

Sinnvoll ist außerdem eine Vitamin-D-Bestimmung. Schon bei einem großen Teil der gesunden Erwachsenen in Deutschland liegt ein Mangel an Vitamin D vor. Dies liegt an unserer Lebensweise (langer Aufenthalt in geschlossenen Räumen, deckende Kleidung) sowie der in unseren Breiten geringeren Sonneneinstrahlung. Besonders  ausgeprägt ist der Mangel in den dunklen Wintermonaten. Von besonderer Bedeutung ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D bei Menschen mit hohem Osteoporoserisiko, denn schon ein relativ geringer Vitamin-D-Mangel kann zu einem vermehrten Knochenabbau führen. 

So sinnvoll diese Untersuchungen auch sein mögen, als Vorsorgeuntersuchung werden die Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

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