Erregerspektrum

Als klassische Erreger sexuell übertragbarer Infektionen sind folgende Erreger zu nennen:

Außerdem gehören noch die Hepatitis-B- und -C-Viren sowie im weiteren Sinne die Humanen Papillomaviren in das mögliche Erregerspektrum.

Diagnostik einer Chlamydien-Infektion

Der Erreger Chlamydia trachomatis gehört zu den häufigsten Verursachern sexuell übertragbarer Erkrankungen in den westlichen Industrienationen.

Die Infektion verläuft zunächst meistens symptomarm, bei Männern kommt es gelegentlich zu Entzündungen der Harnröhre. Bei Frauen kann eine lang unbehandelte Chlamydieninfektion zu Entzündungen der Eileiter führen und Unfruchtbarkeit verursachen. Die Infektion kann bei Schwangeren unter der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden, was eine Bindehautentzündung oder eine Lungenentzündung bei Kind verursachen kann. Bei Männern können als Spätkomplikationen Entzündungen der Nebenhoden und der Prostata auftreten.
Gelegentlich kommt es bei beiden Geschlechtern als Spätfolge von Chlamydieninfektionen zu immunologisch vermittelten Gelenkkomplikationen, der sog. "reaktiven Arthritis".

Diagnostische Verfahren

Diagnostik einer Infektion durch Neisseria gonorrhoae (Gonokokken)

Das Bakterium Neisseria gonorrhoae gehört zu den häufigeren Erregern sexuell übertragbarer Erkrankungen. Es verursacht eitrige Entzündungen der Geschlechtsorgane.

Beim Mann manifestiert sich die Erkrankung als juckende Entzündung der Harnröhre, typischerweise mit eitrigem Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Entzündungen der Prostata und der Nebenhoden und so zur Sterilität führen.

Bei Frauen kann zusätzlich zur Harnröhrenentzündung auch eine Entzündung des Muttermundes auftreten. Unbehandelt kann es zu aufsteigenden Infektionen mit Befall der inneren Geschlechtsorgane kommen. Außerdem kann es bei einer Schwangerschaft eine Übertragung auf das Neugeborene stattfinden.

Extragenitale Manifestationen der Gonorrhoe können je nach Sexualpraktiven im Rachen bzw. Analbereich auftreten. Durch Schmierinfektion können auch die Augen befallen werden.

Diagnostische Verfahren

Diagnostik einer Infektion durch Treponema pallidum (Syphilis)

Das Schraubenbakterium Treponema pallidum verursacht eine Stadienerkrankung mit vielfältiger Symptomatik. Im Primärstadium der Erkrankung findet sich an Penis, Schamlippen oder Vagina, seltener im Mund oder am Anus ein gerötetes, hartes, schmerzarmes Geschwür mit Sekretabsonderung. Typisch sind nachfolgende Lymphknotenschwellungen. Unbehandelt kann es im Verlauf durch eine Ausbreitung des Erregers über die Blutbahnen zur Chronifizierung kommen, bei der die Haut und viele Organe befallen werden können. Im Spätstadium kommt es zum Befall des zentralen Nervensystems.

Diagnostische Verfahren

Diagnostik einer Infektion durch Mycoplasmen und Ureaplasmen

Mycoplasmen (darunter M. hominis, M. genitalium und M. fermentans) und wahrscheinlich auch Ureaplasmen (U. urealyticum, U. parvum) sind bei vielen gesunden Männern und Frauen im Urogenitalbereich nachweisbar. Die Häufigkeit der Kolonisation wird mit der sexuellen Aktivität in Zusammenhang gebracht. Mycoplasmen und Ureaplasmen gelten als fakultativ pathogene Krankheitserreger von Harnwegsentzündungen des Mannes sowie von Entzündungen des Gebärmutterhalses sowie der inneren Sexualorgane der Frau. Übertragungen auf den Fetus bzw. Infektionen des Neugeborenen bei Passage der Geburtswege sind beschrieben.

Diagnostische Verfahren

Diagnostik einer Infektion durch Herpes-Viren

Das klinische Bild der genitalen Erstinfektion mit HSV ist variabel und reicht von asymptomatischen Verläufen über die lokale Bläschenbildung (häufig) bis hin zu schmerzhaften Ulzerationen, Harnverhalt, Lymphknotenschwellungen sowie Fieber und Kopfschmerz. Extragenitale Manifestationen, z.B. im Analbereich, sind möglich. Durch Persistenz des Virus im Nervensystem kann es später zum Wiederauftreten der Infektion kommen. Diese Reaktivierungen verlaufen oft kürzer und milder. Als Komplikationen einer HSV-Infektion sind der Befall des Nervensystems (Enzephalitis), des Auges (Keratitis) sowie die Übertragung auf das Neugeborene zu nennen.

Diagnostische Verfahren

Therapiemöglichkeiten

Beim Nachweis von Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoe oder Treponema pallidum sollten betroffene Patienten und deren Sexualpartner antibiotisch adäquat behandelt werden, damit Folgeerkrankungen vermieden werden. Die Infektion mit Herpes-Viren ist nicht heilbar, Ausbrüche können jedoch durch antivirale Medikamente behandelt werden.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

Zurück zur Übersicht