Vitaminmangelzustände

Vitamine sind organische Verbindungen, die der Mensch zur lebensnotwendigen Funktion seines Körpers braucht. Sie müssen von außen mit der Nahrung zugeführt werden, da der Körper sie nicht selber herstellen kann. Vitamine regulieren biologische Vorgänge im menschlichen Körper, Mangelzustände können daher zu schwerwiegenden Krankheiten führen.

Solche Vitaminmangelzustände werden verursacht durch:

Der Bedarf an Vitaminen schwankt u.a. altersabhängig. Bei einigen Vitaminen ist es „leichter“ in eine Unterversorgung zu rutschen. Zum Beispiel leiden in Deutschland viele Menschen an einer Unterversorgung mit Folsäure.

Folsäure

Der Mensch braucht täglich 0,4 mg Folsäure. Enthalten ist diese in Leber, Weizen- und Sojakeimen. In geringeren Mengen findet man Folsäure in Vollkornprodukten, Kartoffeln, Spinat, Salat, Kohl und einigen Obstsorten.

Folsäure ist beteiligt an der Entstehung von DNA. Es spielt eine Rolle bei der Blutbildung (weiße und rote Blutkörperchen) sowie beim Eiweiß- und Fettstoffwechsel.

Bei einem gesunden Menschen reicht der Vorrat an Folsäure im Blut für etwa 2 - 4 Monate. Schwangere und Frauen, welche die Antibabypille einnehmen, haben einen etwa doppelt so hohen Folsäurebedarf. Ein Mangel an Folsäure führt vor allem zu einer Anämie (Blutarmut). Bei Ungeborenen kann ein Mangel zu Fehlbildungen, wie einem offenen Rücken (Spina bifida) oder offenen Schädel (Anenzephalie), führen.

Vitamin B1 (Thiamin)

Der Bedarf an Vitamin B1 liegt für Männern bei 1.0 - 1.5 mg am Tag, für Frauen bei ca. 1,0 mg am Tag sowie für  Schwangere und Stillende bei 1,2 - 1,4 mg am Tag.

Vitamin B1 kommt vor allem in Getreide, Weizenkeimen, Reis und Hefe vor. Schweinefleisch, Leber und Thunfisch sowie in geringerem Umfang Kartoffeln und Hülsenfrüchte enthalten ebenfalls Thiamin.

Durch Hitzeeinwirkung, d.h. durch Kochen, wird Vitamin B1 zumindest teilweise zerstört.

Bei einem gesunden Menschen reicht das Vitamin B1 im Körper für ca. 4 Wochen, sofern der Vorrat nicht regelmäßig aufgefüllt wird. Die Einnahme verschiedener Medikamente (z.B. Antibabypille), aber auch Stress, Genussmittel (Alkohol, Rauchen) und Leistungssport führen zu einem erhöhtem Bedarf an Thiamin.

Vitamin B1 ist ein Koenzym und übernimmt eine wichtige Rolle im Fett- und Zuckerstoffwechsel.  Es wirkt dabei mit, Energie aus Nahrungsmitteln zu gewinnen. Ein Mangel an Vitamin B1 führt unter anderem zu folgenden Beschwerden:

Vitamin B2 (Riboflavin, Lactoflavin)

Der Bedarf Erwachsener an Vitamin B2 liegt bei ca. 1.0 - 1,5 mg am Tag. Kinder benötigen 0,7 - 1,5 mg am Tag und Schwangere bzw. Stillende etwa 1.5 mg am Tag. Vitamin B2 findet sich hauptsächlich in Milch und Milchprodukten, Gemüse (Brokkoli, Spargel), Hefe, Leber, Fisch und Eiern. Auch Muskelfleisch enthält Vitamin B2. Bei einem gesunden Menschen reichen die Vitamin B2 Speicher ohne erneute Aufnahme für ca. 2 bis 4 Wochen. Durch Mangel- oder Fehlernährung, Alkoholmissbrauch und in Phasen vermehrten Bedarfes kann es zu einer Unterversorgung kommen.

Vitamin B2 bildet Koenzyme, die für verschiedene Stoffwechselsysteme wichtig sind und spielt somit eine wichtige Rolle in der Energiegewinnung sowie bei der Synthese und dem Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Ein Mangel an Vitamin B2 führt unter anderem zu folgenden Symptomen und Erkrankungen:

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Der Bedarf an Vitamin B6 gestaltet sich komplizierter als bei anderen Vitaminen. Er hängt nicht nur vom Alter und Geschlecht, sondern auch von der zugeführten Eiweißmenge ab. Dies liegt daran, weil Vitamin B6 eine wichtige Stellung im Stoffwechsel der Eiweiße hat. Je höher der Eiweißkonsum, umso mehr Vitamin B6 wird benötigt. Bei Männern liegt der tägliche Bedarf an Vitamin B6 zwischen 1.5 - 1,8 mg, bei Frauen zwischen 1.2 und 1,6 mg. Schwangere und Stillende brauchen täglich etwa 1,9 mg. Bei Kindern werden je nach Lebensalter 0.4 bis 1.4 mg pro Tag benötigt (Kleinkinder weniger, größere Kinder mehr). Vitamin B6 kommt in geringen Mengen in vielen Lebensmitteln vor, reich daran sind hauptsächlich in Leber, Milchprodukte, Obst (z. B. Bananen), Gemüse und Fleisch.

Vitamin B6 bildet Koenzyme, die in vielen wichtigen Stoffwechselfunktionen eine Rolle spielen. Die hauptsächliche Bedeutung liegt im Aminosäurestoffwechsel.

Ein Mangel an Vitamin B6 führt unter anderem zu folgenden Beschwerden:

Vitamin B12 (Cobalamin)

Der tägliche Bedarf an Vitamin B12 erwachsener Menschen liegt bei 3 µg. Schwangere und Stillende benötigen 4 - 5 µg am Tag, Kinder je nach Lebensalter ca. 1-3 µg täglich. Vitamin B12 kommt hauptsächlich in Lebensmitteln tierischer Herkunft vor, z.B. Leber, Fisch, Schweinefleisch, Eiern und Milchprodukten. In pflanzlicher Nahrung ist Vitamin B12 nicht in ausreichender Menge enthalten. Bei einem gesunden Menschen reicht das Vitamin B12 im Körper ohne erneute Aufnahme 2 – 3 Jahre.

Eine strikt vegetarische Ernährung kann ohne Substitution zu einem Vitamin B12-Mangel führen, der teilweise lange unentdeckt bleiben kann. Bakterien im Darm des Menschen sind zwar in der Lage, Vitamin B12 zu bilden, die gebildete Menge deckt aber nicht den Bedarf.

Vitamin B12 ist an der Blutbildung beteiligt, hat Bedeutung für die Funktion von Nervenzellen, ist wichtig für die Zellteilung und Geweberegeneration und schützt das Herz-Kreislauf-System.

Ein Mangel an Vitamin B12 führt unter anderem zu folgenden Beschwerden:

Im Rahmen der IGeL Untersuchungen bieten wir Ihnen die Analyse der oben genannten Vitamine zur Kontrolle von Vitaminmangelzuständen an.

Gespräch mit Ihrem Arzt

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei uns im Labor.

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